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50 Jahre S&P 500: Warum der Index gewinnt

Über Jahrzehnte schlägt ein breiter Index die meisten Einzelaktien und fast jeden aktiven Manager. Hier siehst du, was aus 10.000 € geworden wäre — und warum das Rosinenpicken so schwer ist.

50 Jahre S&P 500: Warum der Index gewinnt

Stand: Juli 2026 · Illustrative Zahlen — vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie für die Zukunft. Keine Anlageberatung.

Zinseszins über 50 Jahre

Der S&P 500 hat langfristig im Schnitt rund 10 % pro Jahr gebracht (nominal, mit reinvestierten Dividenden). Bei dieser Rate werden aus einer einmaligen Anlage von 10.000 € nach 50 Jahren rund 1,17 Mio. € — ohne einen weiteren Euro nachzulegen. Das ist die Kraft des Zinseszins: Die Erträge werfen selbst wieder Erträge ab.

10.000 € einmalig, 10 % nominal pro Jahr mit reinvestierten Dividenden — vor Steuern und Inflation. Die Kurve bewegt sich jahrelang kaum und explodiert dann: Der Großteil des Vermögens entsteht in den letzten Jahrzehnten.

Einschränkung: Das ist nominal und geglättet. Echte Märkte steigen nicht in gerader Linie — rechne unterwegs mit Einbrüchen von −30 % bis −50 %, und die Inflation frisst einen Teil des Gewinns. Aber die Zeit im Markt, nicht das Timing, leistet die eigentliche Arbeit.

Die meisten Einzelaktien verlieren

Einzelaktien zu picken klingt nach dem Weg, den Index zu schlagen. Die Daten sagen etwas anderes. Eine Studie von Hendrik Bessembinder über fast ein Jahrhundert US-Aktien fand:

Ergebnis (US-Aktien, 1926–2016)Anteil
Aktien, die über ihre Lebensdauer schlechter als Tagesgeld (T-Bills) liefen~ 58 %
Aktien mit negativer Gesamtrendite über ihre Lebensdauer~ 44 %
Aktien, die den gesamten Netto-Vermögenszuwachs des Marktes schufennur ~ 4 %

Anders gesagt: Eine winzige Minderheit an Aktien trägt den gesamten Gewinn des Marktes. Wer Einzelwerte pickt, sucht die Nadel im Heuhaufen. Ein breiter ETF besitzt einfach den ganzen Heuhaufen — und hält damit immer die Gewinner.

Und die Profis?

Die Profis können sie doch sicher herauspicken? Nein. Über 20 Jahre verfehlen rund 90 % der aktiven US-Aktienfonds ihren Vergleichsindex — nach Gebühren. Diese Daten schlüsseln wir in ETF vs. aktive Fonds auf.

Was heißt das für dich?

Du musst nicht die nächste Apple finden — und keinen Manager dafür bezahlen, es zu versuchen. Ein günstiger, breiter Index-ETF hält die wenigen großen Gewinner automatisch, hält die Kosten nahe null und lässt den Zinseszins über Jahrzehnte arbeiten. Langweilig — und historisch der Ansatz, der gewinnt.

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