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ETFs schlagen 90 % aktiver Fonds — die SPIVA-Daten

Wer in aktiv gemanagte Aktienfonds investiert, zahlt jedes Jahr Gebühren dafür, dass der Fondsmanager den Markt nicht schlägt — selbst Profis verfehlen ihren eigenen Vergleichsindex in der überwältigenden Mehrheit der Fälle.

Stand: Juni 2026 · Quelle: SPIVA Mid-Year 2025, S&P Dow Jones Indices

Die nackten Zahlen — SPIVA Mid-Year 2025

ZeithorizontAnteil aktiver US-Large-Cap-Fonds, die ihren Index verfehlt haben
1 Jahr (H1 2025)79 %
Schnitt über 25 Jahre SPIVA-Geschichte~ 60 %
Über 10 Jahre88 %
Über 15 Jahre93 %
Über 20 Jahre~ 95 %
Anteil aktiver Fonds, die ihren Vergleichsindex verfehlen — nach Zeitraum (SPIVA).

In internationalen Märkten ist es noch klarer:

  • Über 10 Jahre: > 80 % der japanischen Large-Cap-Fonds verfehlen ihren Index
  • Über 15 Jahre internationale Equity (Japan-Sicht): 100 % der Fonds underperformed
  • Europäische Aktienfonds über 10 Jahre: ~ 88 % verfehlen ihren Index

Was passiert nach Steuern

SPIVA hat 2025 erstmals Nach-Steuer-Returns untersucht. Das Ergebnis:

Der Median-aktive US-Large-Cap-Fonds verliert nach Steuern bis zu 4,4 Prozentpunkte pro Jahr gegenüber dem S&P 500.

Bei 30 Jahren Laufzeit bedeutet das einen Endwert von etwa 30 % vom ETF-Vermögen. Wer 100.000 € investiert hätte, hätte mit dem ETF z. B. 580.000 €, mit dem aktiven Fonds nur 175.000 €.

Warum schaffen es so wenige?

1. Kosten-Hürde

Aktive Aktienfonds in Deutschland kosten typisch 1,5–2,5 % Verwaltungsgebühr pro Jahr. Ein ETF auf den MSCI World kostet 0,2 %. Das ist eine Differenz von 1,3 bis 2,3 Prozentpunkten Rendite — pro Jahr, sicher, unabhängig vom Markt. Damit ein aktiver Fonds nach Kosten gleichzieht, muss der Manager jedes Jahr 1,3–2,3 % besser sein.

100.000 € Einmalanlage, 7 % Brutto-Rendite, Kostenunterschied 1,6 % p.a. — ohne Steuern. Allein die Gebühren kosten über 30 Jahre einen sechsstelligen Betrag.

2. Markteffizienz

Große Märkte wie der S&P 500 sind hocheffizient: Tausende Analysten, Hedgefonds-Algorithmen und Insider verarbeiten täglich jede Information. Eine „unentdeckte günstige Aktie" zu finden ist statistisch nahezu unmöglich.

3. Survivorship Bias

Über 15 Jahre werden 53 % aller aktiven Fonds liquidiert oder verschmolzen (SPIVA H1 2025). Schlechte Fonds verschwinden aus der Statistik — die übrigen sind eine positiv verzerrte Auswahl.

Was das für dich bedeutet

1.Ein breiter Index-ETF (MSCI World, S&P 500, FTSE All-World) liefert langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Rendite als ein Stock-Picking-Fonds — bei viel geringeren Kosten.

2.Wenn du trotzdem aktive Fonds willst: auf die Kostenquote achten (TER < 1 %) und nur als Beimischung nutzen.

3. Die seltenen Manager, die langfristig schlagen (~ 5 % über 20 Jahre), sind im Voraus statistisch nicht erkennbar — nur im Rückblick.

4. Die wichtigste Entscheidung ist nicht „aktiv vs. passiv", sondern die Asset-Allokation (Aktienquote, Regionen, Anleihen).

Boersi und SPIVA

Wir empfehlen weder ETFs noch aktive Fonds — wir zeigen dir die Daten, du entscheidest. Mit Boersi Plus siehst du deine Fonds neben dem Vergleichsindex und kannst die SPIVA-Logik auf dein eigenes Depot anwenden.

Quellen

  • S&P Dow Jones Indices — SPIVA Scorecards (spglobal.com/spdji/spiva)
  • SPIVA Mid-Year 2025 Report & After-Tax Analysis 2025
  • Eigene Berechnung: 1,6 % TER-Differenz × 30 Jahre Zinseszins

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