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DAX vs. Sparbuch über 30 Jahre — was wirklich passiert wäre

Wer von 1995 bis 2025 monatlich 200 € aufs Sparbuch legte, sitzt heute auf 98.000 €. Wer denselben Betrag in einen DAX-ETF steckte, hat 298.000 € — die dreifache Summe, ohne mehr eingezahlt zu haben.

Stand: Juni 2026 · Quelle: Deutsches Aktieninstitut Rendite-Dreieck + Bundesbank-Sparzinsen

Die nackten Zahlen — historisch belegt

Beide Anlagen: 200 € pro Monat über 30 Jahre = 72.000 € eingezahlt.

AnlageformØ Rendite p.a.Endkapital 2025
Sparbuch~ 2,0 %98.500 €
Tagesgeld~ 2,3 %105.300 €
DAX-ETF (TER 0,2 %)~ 7,8 %298.400 €
MSCI World ETF~ 8,2 %319.700 €
Endkapital nach 30 Jahren bei 200 €/Monat — gleiche Einzahlung, dreifaches Ergebnis.

Differenz Sparbuch ↔ DAX-ETF: 200.000 € — bei identischer Einzahlung.

Was die langfristigen Daten zeigen

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) veröffentlicht jährlich das Rendite-Dreieck für den DAX seit 1969. Zentrale Ergebnisse:

  • Über 20 Jahre Sparplan: kein einziges 20-Jahres-Fenster mit negativer Rendite seit 1969
  • Über 30 Jahre Sparplan: Mindestrendite 5,9 % p.a., Schnitt 7,8 %
  • Über 30 Jahre Einmalanlage: Mindestrendite 4,2 % p.a., Schnitt 8,5 %

Warum die Differenz so groß wird

1. Zinseszins-Hebel über Jahrzehnte

2 % Sparbuch verdoppeln das Kapital in 35 Jahren. 8 % Aktienrendite verdoppeln es in 9 Jahren — und verachtfachen es nach 27.

200 €/Monat über 30 Jahre — Sparbuch vs. DAX-ETF. Beide starten bei 0 €, die Schere öffnet sich durch den Zinseszins.

2. Sparbuch verliert real Kaufkraft

Bei 2 % Zins und 2,5 % Inflation verlor das Sparbuch real jedes Jahr 0,5 % Kaufkraft. Aus 100.000 € werden real nur ~ 88.500 €.

3. Dividenden-Reinvestment

Der DAX ist ein Performance-Index — Dividenden werden reinvestiert. In den 7,8 % stecken ~ 3 % aus Dividenden, die ein Sparbuch-Anleger komplett verpasst.

Was das für dich bedeutet

1. Sparbuch und Tagesgeld eignen sich für den Notgroschen (3–6 Monatsausgaben). Für langfristigen Aufbau kostet das Sparbuch real Geld.

2. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan ist die einfachste und historisch profitabelste Form langfristigen Vermögensaufbaus.

3. „Aktien sind riskant"? Im 30-Jahres-Fenster gab es im DAX seit 1969 nie eine negative Rendite. Risiko ist eine Frage des Zeithorizonts.

4. Wer 2008/2020 verkaufte, realisierte den Schaden. Wer durchhielt oder weitersparte, nahm die Erholung mit.

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Quellen

  • Deutsches Aktieninstitut — Rendite-Dreieck DAX (dai.de)
  • Bundesbank-Statistik Bankzinsen (Tagesgeld, Spareinlagen)
  • Eigene Berechnung: monatlicher Sparplan, Zinseszins, Dividenden-Reinvest

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